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Lebenskunst · 26. September 2021

Ihr Herbst in Arolla

Goldene Lärchen, Brisolée am Feuer, Spätherbstlicht und wiedergefundene Ruhe. Das Tagebuch eines Herbstaufenthalts am Fuss der Gletscher.

Von Patricia · 5 Min. Lesezeit

Die Terrasse des L’Honorine unter den goldenen Lärchen von Arolla im Herbst

Der Walliser Herbst hat etwas vom Altweibersommer, ohne dass man dafür über den Atlantik müsste. Wenn die ersten Flocken die Gipfel überzuckern und sich der Himmel auf 2 000 Metern klärt, tritt Arolla in seine sanfteste Jahreszeit. So sieht ein Herbsttag aus, vom Hotel aus betrachtet.

Am Morgen: der Wald entflammt

Man bricht früh auf, wenn das Licht über die Hänge streift. Nach und nach verwandelt sich der Wald aus Arven und Lärchen: Die Lärche, der einzige Nadelbaum, der seine Nadeln verliert, färbt sich orangegold vor schneebestäubten Gipfeln und Gletschern. Die Heidelbeersträucher röten sich zusehends. Ein Farbenspiel, das man nicht vergisst – und das die dünnen Besucherzahlen der Nebensaison noch intimer machen.

Am Mittag: die Aromen der Region

Der Herbst ist die Jahreszeit des Geschmacks. Die Eringer Kühe kommen von den Alpen herab, und die Käse des Sommers erreichen ihre Reife. Auf dem Tisch steht die Brisolée – geröstete Kastanien, Käse, Trockenfleisch und Sauser – neben dem Raclette am Holzfeuer und den ersten Wildgerichten. Im Restaurant L’Honorine folgt die Küche dem Rhythmus des Tals: das Walliser Terroir in seiner ehrlichsten Form.

Am Nachmittag: Brunft und Stille

Tief im Tal hallt der Brunftruf des Hirschs: Es ist die Paarungszeit. Ein kürzerer Spaziergang, eine Bank in der Sonne, der Pfiff eines Murmeltiers vor dem Winterschlaf. Der Herbst in Arolla lädt zum Langsamerwerden ein – zum Schauen statt zum Hetzen.

Am Abend: zurück ins Hotel

Man kehrt in der Dämmerung zurück, mit frischen Wangen, zum Tee im Salon oder zum Abendessen am Feuer. Es ist vielleicht die schönste Art, Arolla zu verstehen: eine Jahreszeit, in der man ebenso für das Licht wie für die Stille kommt, bis Mitte November.

Farben und Aromen: Grund genug für eine Auszeit in Arolla. Der Herbst ist hier kurz – ein Grund mehr, ihn nicht zu verpassen.

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