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Lebenskunst · 13. August 2021

Alleine reisen in Arolla

Allein aufzubrechen heisst, sich Zeit zu schenken. Auf 2 000 Metern, zwischen Arvenwald und Gipfeln, bietet Arolla den seltenen Rahmen für einen Aufenthalt mit sich selbst – ohne Lärm, ohne Pflicht.

Von Patricia · 5 Min. Lesezeit

Eine einzelne Wanderin auf einer Alp im Nebel über Arolla

Oft zögern wir, allein zu reisen, als müsste eine Reise immer geteilt werden. Dabei ist das Reisen allein eine der schönsten Arten, wieder zu sich zu finden. In Arolla, zuhinterst im Val d’Hérens, eignet sich der Rahmen dafür wie kaum ein anderer: Der Berg gibt seine Ruhe vor, das Dorf wacht, ohne zu überwachen, und das Hotel bleibt ein Ankerpunkt, an dem man nie wirklich allein ist.

Die Zeit als einziges Programm

Allein zu reisen heisst zuerst, den eigenen Rhythmus wiederzufinden. Aufstehen, wann man will, wandern, solange man Lust hat, anhalten, ohne jemanden überzeugen zu müssen. In Arolla kommt diese Freiheit voll zur Geltung: Die Wege führen vom Garten aus los, die Tage dehnen sich, und niemand wartet auf einen ausser man selbst.

Wandern, um den Kopf zu klären

Das einsame Wandern hat etwas Heilsames. Ein Aufstieg zum Blauen See (2 090 m), eine Runde durch den Arvenwald, eine am frühen Morgen im Nebel erreichte Alp: Der Berg sortiert die Gedanken. Man bricht beladen auf und kehrt leicht zurück. Für anspruchsvollere Touren bietet ein Bergführer von Hérens Montagne Sicherheit, ohne dem Reiz der Anstrengung etwas zu nehmen.

Ein Zimmer als Zuflucht

Bei der Rückkehr bieten unsere Arve-Zimmer, holzgetäfelt und dem Wald zugewandt, das ideale Nest für Alleinreisende: ein Fenster zu den Lärchen, ein behagliches Bett, Stille. Man liest, man schreibt, man ruht sich aus – ohne andere Pflicht als die eigene.

Allein, aber gut umgeben

Allein aufzubrechen bedeutet nicht, isoliert zu bleiben. An der Tafel des L’Honorine, im Salon am Kamin, auf der sonnigen Terrasse knüpfen sich Gespräche von selbst. Und die Menschen des Tals, gastfreundlich ohne Umschweife, ergeben oft die schönsten Begegnungen eines Aufenthalts.

Allein in Arolla zu reisen heisst, sich eine seltene Zeit zu schenken: jene, in der man niemandem etwas schuldet ausser sich selbst. Der Berg verlangt nichts – er begnügt sich damit, da zu sein.

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