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Natur · 28. Juni 2021

Ihr Sommer in Arolla

Auf 2 000 Metern, fern der Menge und nah an der Natur: Wandern, E-Bike, Berghütten, Gleitschirm und Wildtiere. Der Wegweiser für einen langsamen Sommer am Fuss der Gletscher.

Von Patricia · 5 Min. Lesezeit

Tandem-Gleitschirm über den Alpweiden von Arolla im Sommer

Seit mehr als hundertfünfzig Jahren ist Arolla ein Sommerort. Auf 2 000 Metern, zuhinterst im Val d’Hérens, erreicht man das Dorf mit dem Auto oder dem Postauto, und den ganzen Sommer über bewahrt es jenen Duft nach reiner Luft und Weiden, den schon die ersten englischen Gäste suchten. Der Sommer beginnt wirklich am 1. Juni, wenn das Grand Hôtel & Kurhaus wieder öffnet, und dauert bis zum ersten Schnee im Oktober.

Zuerst das Wandern

Von Juni bis Mitte Oktober öffnet sich direkt vom Hotelgarten ein Netz von Wegen: blühende Alpweiden, Bergseen, Lehrpfade und jahrhundertealte Suonen. Der Blaue See (2 090 m) bleibt der Klassiker, familientauglich; geübtere Wanderer nehmen die Balkone des Mont-Collon oder die Zugänge zum Pigne d’Arolla (3 796 m) ins Visier. Für Hochtouren begleiten die Bergführer von Hérens Montagne die Gipfel und Gletscher.

Die Berghütten

Arolla ist ein natürlicher Ausgangspunkt zu den Hütten des Alpenclubs. Die Cabane des Vignettes auf ihrem Felssporn und die leichter erreichbare Cabane de la Tsa ergeben schöne Tagestouren oder Etappen zu den hohen Pässen. Eine Nacht in der Hütte bleibt eine der einfachsten Arten, das Hochgebirge zu berühren – ohne grosse Technik, für alle, die zügig gehen.

Auf Rädern, in der Luft, inmitten der Tierwelt

Das E-Bike hat alles verändert: Es rückt die Alpen näher und lässt einen weiter kommen, ohne sich zu verausgaben. Vom Dorf zur Alp passen die Routen in einen halben Tag, Helm auf und Wind im Gesicht. Wer Nervenkitzel sucht, hebt im Tandem-Gleitschirm über dem Tal ab. Und überall zeigt sich die Tierwelt: Murmeltiere mit ihrem unverkennbaren Pfiff, Steinböcke auf den Graten, Gämsen im Morgengrauen. In der Dämmerung kündigt der Brunftruf des Hirschs bereits das Ende der warmen Jahreszeit an.

Die Musse des Nichtstuns

Der Sommer in Arolla ist auch der Luxus der Langsamkeit: ein Waldbad, eine Yogastunde im Freien, ein Buch auf der Terrasse des Jardin des Arolles mit Blick auf den Mont-Collon. Hier kommt man ebenso zum Wandern wie zum Innehalten.

Fern der Menge und nah an der Natur: Das ist das schlichte Versprechen eines Sommers in Arolla. Morgens bricht man vom Hotel auf, kehrt zum Tee in den Salon zurück und beginnt am nächsten Tag von Neuem – im Takt des Berges.

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